top of page

Welche Fehler machen Investoren beim ersten Rechenzentrumsprojekt?

  • Florian Späth
  • 28. Apr.
  • 2 Min. Lesezeit

Data Center Development ist ein Markt, der boomt – aber auch ein Markt, in dem teure Fehler gemacht werden. Vor allem Investoren und Projektverantwortliche, die zum ersten Mal ein Rechenzentrum entwickeln, wiederholen bestimmte Muster. Als Developer, der Standorte systematisch analysiert und Projekte strukturiert, sehe ich diese Fehler regelmäßig. Dieser Artikel benennt sie – direkt und ohne Beschönigung.

 

Fehler 1: Den Netzanschluss unterschätzen

Der Netzanschluss ist in vielen Projekten der teuerste und zeitkritischste Einzelposten – und wird in frühen Budgetplanungen systematisch unterschätzt. Wenn die Hochspannungstrasse 5 Kilometer entfernt ist und der Netzbetreiber Leitungsausbau verlangt, sprechen wir von 3 bis 10 Millionen Euro zusätzlichen Kosten und 18 bis 36 Monaten Verzögerung.


In meiner Standortbewertung ist die Substationsdistanz deshalb eines der zentralen Scoring-Kriterien – bewertet auf Basis von GIS-Daten und direkter Netzbetreiber-Voranfrage. Ein Standort mit schlechter Netzanbindung kommt nicht in den Teaser, egal wie attraktiv alles andere aussieht.


Fehler 2: Hochbau und TGA nicht von Beginn an integriert planen

In einem Rechenzentrum gibt es keine optionale TGA. Wenn Tragwerk, Architektur und TGA-Planung nicht von Beginn an koordiniert werden, entstehen in der Ausführung kostspielige Kollisionen: Kabeltrassen, die durch tragende Wände geführt werden müssen, Kühlaggregate ohne ausreichend Platz, Leitungsführungen, die Brandabschnitte durchbrechen.


Das ist kein theoretisches Risiko – das ist die Realität auf Baustellen, bei denen die Entwicklungsphase nicht sauber strukturiert war. Als Developer stelle ich sicher, dass Machbarkeitsstudien die TGA-Integration von Beginn an abbilden.


Fehler 3: Standortentscheidung ohne systematisches Scoring treffen

Viele Erstinvestoren verlassen sich bei der Standortauswahl auf Bauchgefühl, Makleraussagen oder oberflächliche Standortbeschreibungen. Das führt zu Investitionen in Standorte, die bei systematischer Analyse nicht tragfähig sind: zu weit von der Hochspannungstrasse entfernt, falscher Bebauungsplan, ungeeignete Bodenbeschaffenheit, politisch schwieriges Gemeindeumfeld.


Ein strukturiertes Scoring-Modell – das ich für jeden Standort in meiner Pipeline durchführe – verhindert genau das. Es macht Standortentscheidungen nachvollziehbar, vergleichbar und investor-gerecht dokumentiert.


Fehler 4: Nachträge unkontrolliert eskalieren lassen

Nachträge sind bei Projekten dieser Komplexität unvermeidlich. Die Frage ist nicht, ob Nachträge kommen – sondern ob sie professionell geprüft und verhandelt werden. Unberechtigt akzeptierte Nachträge kosten bei Großprojekten schnell Millionen.


Professionelles Nachtragsmanagement nach VOB/B ist kein Luxus – es ist Schutz des Investorenkapitals. Jeder Nachtrag muss auf Berechtigung, korrekte Kalkulation und angemessene Preise geprüft werden, bevor er akzeptiert wird.


Fehler 5: Genehmigungszeit unterschätzen

Investoren planen mit 12 Monaten Genehmigung. Die Realität in Deutschland ist häufig 18 bis 36 Monate – je nach Bundesland, Gemeinde, Umweltauflagen und politischem Klima. Wer mit straffen Timelines in den Markt will, muss den Genehmigungsprozess früh starten und parallel vorantreiben.


In meiner Entwicklungsstrategie ist die Genehmigungsplanung kein Anhang – sie ist Teil der Standortbewertung. Standorte mit absehbar langen oder risikobehafteten Genehmigungsverfahren werden entsprechend niedriger bewertet oder frühzeitig aussortiert.


Das Fazit: Struktur schützt Kapital

All diese Fehler haben eine gemeinsame Ursache: fehlende Struktur in der Entwicklungsphase. Ein erfahrener Developer, der Standorte systematisch bewertet, Kosten belastbar kalkuliert und Risiken klar benennt, verhindert genau das.


Kontakt und Erstgespräch: www.fs-cid.com

Aktuelle Beiträge

Alle ansehen

Kommentare


bottom of page