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Claimmanagement vs. Nachtragsmanagement: Was ist der Unterschied?

  • Florian Späth
  • 7. Mai
  • 1 Min. Lesezeit

Die Begriffe werden häufig synonym verwendet – sie sind es nicht. Nachtragsmanagement und Claimmanagement sind verwandte, aber klar unterschiedliche Disziplinen. Die Verwechslung kostet bei Großprojekten Millionen.

 

Nachtragsmanagement: Zusätzliche Leistungen verwalten

Nachtragsmanagement ist die strukturierte Bearbeitung von Nachtragsangeboten – also Forderungen des Auftragnehmers für Leistungen, die über den ursprünglichen Vertragsumfang hinausgehen. Nach VOB/B hat der Auftragnehmer unter bestimmten Voraussetzungen Anspruch auf zusätzliche Vergütung.


Die Aufgabe des Nachtragsmanagements: Ist der Nachtrag dem Grunde nach berechtigt? Ist die Kalkulation korrekt? Sind die angesetzten Preise marktüblich? Nur berechtigte Nachträge werden akzeptiert – und nur zu korrekten Preisen.


Claimmanagement: Ansprüche strategisch durchsetzen

Claimmanagement geht weiter. Es umfasst die strategische Dokumentation, Analyse und Durchsetzung von Ansprüchen aus Behinderungen, Bauzeitverlängerungen, Leistungsänderungen und Pflichtverletzungen – und zwar in beide Richtungen: der Auftragnehmer kann Claims gegen den Auftraggeber geltend machen, und umgekehrt.


Bei einem Rechenzentrumsproject mit 100 Mio. EUR CapEx kann eine unberechtigt akzeptierte Bauzeitverlängerung allein durch die Umlage von Baustellengemeinkosten einen zweistelligen Millionenbetrag kosten.


Warum die Unterscheidung für Data Center Projekte besonders wichtig ist

Rechenzentren sind technisch hochkomplexe Projekte mit vielen Schnittstellen. Jede Schnittstelle ist potenziell eine Claim-Quelle: TGA-Lieferverzögerungen verursachen Behinderungen im Hochbau, Planungsänderungen erzeugen Leistungsänderungen, Netzbetreiber-Verzögerungen verschieben den Gesamtterminplan.


Wer hier keine professionelle Claim-Dokumentation führt, hat im Streitfall keine Grundlage. Und im Streitfall entscheiden Beweise, nicht Absichten.


Was das für die Projektstruktur bedeutet

Nachtrag- und Claimmanagement müssen von Tag 1 der Bauphase organisiert sein – mit klaren Zuständigkeiten, definierten Dokumentationsprozessen und einem Berichtssystem, das der Investor versteht. Das ist nicht bürokratischer Aufwand – das ist Kapitalschutz.


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