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Bauherrensteuerung vs. Projektsteuerung: Was ist der Unterschied?

  • Florian Späth
  • 10. Mai
  • 1 Min. Lesezeit

Die Begriffe werden häufig verwechselt – mit konkreten Konsequenzen für die Vertragsgestaltung und die tatsächliche Verantwortungsverteilung. Investoren, die einen Developer mandatieren, müssen verstehen, was dieser Developer genau leistet und wo sein Mandat endet.

 

Projektsteuerung: Die operative Koordination

Projektsteuerung (nach AHO Heft 9) bezeichnet die operative Koordination und Kontrolle eines Bauprojekts: Terminplanung und -kontrolle, Kostenplanung und -kontrolle, Qualitätssicherung, Koordination der Planer und Ausführenden.


Der Projektsteuerer ist ein Beauftragter des Bauherrn – er handelt in seinem Namen, trifft aber keine eigentümerrechtlichen Entscheidungen. Seine Haftung ist auf sein Honorar begrenzt.


Bauherrensteuerung: Die strategische Gesamtverantwortung

Bauherrensteuerung geht weiter: Der Bauherrenvertreter (nach DVP-Leistungsbild) übernimmt die vollständige treuhänderische Interessenvertretung des Investors – inklusive Entscheidungsvorbereitung zu allen wesentlichen Projektfragen, Vertragsverhandlung, Behördenkontakt und Eskalationsmanagement.


Der Unterschied in der Praxis: Der Projektsteuerer sagt, wo das Projekt steht. Der Bauherrenvertreter sagt, was jetzt zu tun ist – und übernimmt dafür die Verantwortung.


Was der Developer leistet – und was er nicht ist

Der Data Center Developer ist weder Projektsteuerer noch Bauherrenvertreter noch Construction Manager. Er ist der Initiator und Strukturierer des Gesamtprojekts: Er identifiziert Standorte, bewertet sie systematisch, strukturiert die Investmentstory und führt das Projekt bis zur Investitionsreife. Mit der Übergabe an den Investor endet das Developer-Mandat.


Was Investoren daraus ableiten sollten

Ein Developer ist kein Substitut für eine professionelle Projektsteuerung in der Bauphase – und er soll es nicht sein. Aber ein guter Developer liefert die Grundlage, auf der eine professionelle Realisierung überhaupt möglich ist: belastbare Standortbewertungen, transparente CapEx-Kalkulationen und vollständige Entwicklungsdokumentation. Was der Investor in der Bauphase daraus macht, liegt in seiner Verantwortung.


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